In diesem Tagen findet die weltgrößte IT-Messe in Hannover statt. Doch gerade beim CeBIT-Schwerpunkt-Thema digitale Kommunikation hinkt die deutsche Wirtschaft noch arg hinterher – diese Ansicht vertritt zumindest der Branchenverband Bitkom.

Die CeBIT schreibt sich das Label „Global Event for Digital Business“ auf die Fahnen und steht ganz im Zeichen der Digitalen Transformation. Doch das, was bei der CeBIT unter dem Kunstwort „D!CONOMY“ (aus digital + economy) läuft, ist in deutschen Unternehmen noch nicht so ganz angekommen.

Was macht der Clown im Büro? – Faxen!

Einer Umfrage des Branchenverbands Bitkom zufolge ist das Faxgerät noch immer das beliebteste Kommunikationsmedium nach dem Telefon und der E-Mail. Ganze acht von zehn Unternehmen geben an, das Fax häufig bis sehr häufig zur internen und externen Kommunikation zu nutzen.

Nur 40% der befragten Unternehmen nutzen regelmäßig Video- oder Onlinekonferenzen. Noch drastischer sind die Zahlen beim Einsatz von Sozialen Medien im Unternehmensumfeld – nur 15% der Firmen setzen diese häufig ein. Immerhin 28% der Unternehmen profitieren von den Vorteilen von Kunden- oder Mitarbeiterportalen in der internen und externen Kommunikation.

 

Bitkom-Umfrage zu Kommunikationskanälen im Unternehmen: Telefon, E-Mail, Fax und Intranet, was wird wie häufig genutzt? Digitale Kommunikation ist noch ausbaufähig.

Bitkom-Umfrage zu Kommunikationskanälen, Bild: Bitkom

Digitale Kommunikation hat Entwicklungspotential

Angesichts der Umfragewerte ruft die Bitkom dazu auf, die Digitalisierung mit größerem Engagement voranzutreiben. Man könnte fast sagen, die Unternehmen müssen endlich in die Puschen und raus aus der digitalen Steinzeit kommen. Auf der CeBIT kommentiert Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder: „Die Zurückhaltung bei der Nutzung sozialer Medien und beim Einstieg in die App-Ökonomie steht geradezu symbolisch für den noch zu zögerlichen Ansatz vieler Unternehmen bei der digitalen Transformation“. Die Entwicklung fordere nicht nur die Digitalisierung von Geschäftsprozessen, sondern in letzter Konsequenz gehe es auch darum, „völlig neue Geschäftsmodelle“ zu entwickeln.

 

Digitalisierungs-Fachkräfte händeringend gesucht

Mehr als die Hälfte der 1100 Unternehmen, die befragt wurden, ist der Ansicht, nicht die erforderlichen Mitarbeiter für die konsequente Umsetzung einer Digitalisierungs-Strategie zu haben. Derzeit gibt es laut Bitkom ungefähr 43.000 offene und teils schwer besetzbare Stellen in der Branche. Zwei Drittel der Unternehmen wollen in diesem Jahr zusätzlich neue Stellen schaffen, womit 20.000 Arbeitsplätze entstehen können.

Bitkom-Präsident Thorsten Dirks wiederholt in diesem Zusammenhang die alte Forderung, Informatik als Pflichtfach in den Schulen einzuführen. Darüber hinaus führe an einer Zuwanderung von Studierenden und Fachkräften für die Branche kein Weg vorbei.

 

Gelebte Digital Transformation auf der @cebitedaCeBIT Enterprise Digital Arena

Die Enterprise Digital Arena widmet sich als Fachkonferenz im Rahmen der CeBIT 2016 dem Thema Digital Transformation. Die Veranstaltung hat das Ziel des Erfahrungsaustauschs zu Einführung und Etablierung einer digitalen Arbeitsorganisation.

Am 16. und 17. März 2016 diskutieren ausgewählte Experten und Praktiker in Halle 4/Stand A58 die aktuellen Trends und Entwicklungen zu Veränderungsprozessen im digitalen Unternehmen. Ansätze wie Social Collaboration und Arbeiten 4.0 werden dabei ebenso betrachtet wie die Anforderungen an das Change Management.

Im Experten-Panel „Vom Social Intranet zum Digital Workplace“ wird zum Beispiel diskutiert, welche Entwicklung das klassische Intranet genommen hat und wie Unternehmen diese – nicht nur – technische Entwicklung für sich nutzen können. Neben den Keynotes und Diskussionsrunden gibt es auch frische Formate wie zum Beispiel Elevator Pitches.

Das gesamte Konferenzprogramm findet Ihr hier.

 

Wir wollen auch eure Einschätzung hören!

Wie steht es um die digitale Kommunikation in eurem Unternehmen? Wurde das Faxgerät schon durch moderne Kommunikationsmittel in die Rente geschickt oder drucken die Kollegen fleißig E-Mails aus? Laufen Geschäftsprozesse digital in Apps im Mitarbeiterportal oder werden Urlaubsanträge noch handgeschrieben gestellt?